Alternativen zu Microsoft, Bildquelle pixabay

Alternativen zu Microsoft in Schulen und Behörden

Schnell ins homeoffice. Jetzt homeschooling…! Corona 2020 katapultierte viele Kinder und Erwachsene vor den Computer. Binnen weniger Tage mussten Lösungen her. Auch in Roßtal stellten sich Betriebe und Schulen mehr oder minder schnell auf den ersten Lockdown ein. Überraschend verkündete das amerikanische Unternehmen Microsoft enorme Zuwächse. Auch zoom und weitere Unternehmen erfreuten sich großer Nachfrage durch Nutzung ihrer Produkte. Viele Schulen in Bayern und Baden-Würtemberg drängen ihre Schüler förmlich zu Standard-Lösungen, wie Microsoft-Teams und office365. Aber ist das der richtige Weg?

Kritik von Informatikern, Datenschützern und den GRÜNEN

Seit Monaten hinterfragen Informatiker, Datenschützer und GRÜNEN-Mitglieder die Nutzung von Microsoft-Produkten (link extern). Unter anderem wird immer wieder auf das Risiko von Kosten und mangelndem Datenschutz durch die Abo- und Cloud-Lösung von Microsoft-Produkten hingewiesen. Für weiterführende Schulen empfiehlt das KM Bayern neben mebis auch MS teams (link zum KM Bayern). Viele dieser Lizenzen werden zum Jahresende auslaufen. Datenschützer laufen strum gegen die Nutzung von Microsoft 365 (link extern, heise.de). Es ist es dringend an der Zeit nach alternativen Lösungen zu suchen und die Umstellungen einzuläuten.

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier

Das Problem ist: Die meisten Nutzer gewöhnen sich an Software. Eine Umstellung danach ist für Anwender und Administratoren oft langwierig und schwer. Somit besteht die Gefahr, dass einerseits bestehende Lizenzen schlicht aus „Gewohnheit“ verlängert werden. Oder andererseits sogar neue Lizenzen für weitere Schüler und Schulbereiche hinzugekauft werden. In Folge gewöhnen sich massenweise Schüler/innen und damit künftige Anwender/innen an Produkte mit Monopolrisiko.

Beispiele aus der Roßtaler Grundschule

Auch die Grundschule Roßtal wurde durch den ersten Lockdown nicht verschont. Kreative Lehrer/innen ermöglichten ihren Schülern binnen kurzer Zeit online-Unterricht oder führten mit Eltern online-Gespräche am Abend. Viele Lehrkräfte machten und machen sich weit über ihre Sollarbeitszeit hinaus Gedanken, liefern Arbeitsunterlagen an die Haustür und halten den Betrieb aufrecht. Ein Problem für Eltern mit Kindern in verschiedenen Klassen ist, dass die Lehrkräfte unterschiedliche Anwendungen zum Teleunterricht nutzen. So zum Beispiel webex, jitsi oder zoom. Aber ist das wirklich ein Problem? Oder ist das nicht vielmehr ein Zeichen, dass an unseren Schulen in Roßtal bereits mehr Vielfalt herrscht als im Microsoft-dominierten Müchen? Daher im Folgenden ein kleiner Einblick in mögliche Alternativen zu Microsoft teams, outlook und office365.

Es gibt super Alternativen zu Microsoft365

Auch wenn Microsoft auf vielen PCs dominiert. Es gibt hervorragende Alternativen. Für office-Anwendungen gibt es openoffice (link extern). Diese Software ist frei nutzbar und hat alle Basisfunktionen, die word, excel und sogar powerpoint bereit halten.

Statt teams gibt es jitsi. Jitsi ist sowohl als cloud-Lösung verfügbar. Als auch als lokale Serverlösung. Optional lassen sich Chaträume mit Passwort versehen um ungebetene Besucher und Teilnehmer fernzuhalten. Gerade an Grund- und Mittelschulen ist der Raumschutz wichtig. Viele Klassenkonferenzen hatten in den letzten Monaten schockierende Einblendungen von erotischen oder verbotenen Inhalten mangels Zugriffsschutz. Diese Probleme lassen sich lösen.

Statt dropbox und Microsoft cloud besser NGINX und private clouds

Gleich vorweg: Bei der Speicherung digitaler Inhalte müssen wir alle mehr Engagement und Eigenverantwortung zeigen. Es ist wichtig zu wissen, wo Ihre Daten liegen und wer sie verwaltet. Dazu gibt es hervorragende Lösungen. Diese sind zudem auch sehr preiswert verfügbar. So bietet deutsche und auch bayerische Unternehmen für wenige Euro riesen Datenspeicher an. Mittels webDAV lassen sich diese Speicher wie lokale Laufwerke am PC einbinden. Für Profis gibt es preiswerte Heimserver, die per Portweiterleitung (veraltet) oder VPN-Zugriff sicheren Zugriff und sichere Speicherung im eigenen Haus, der eigenen Schule oder im Rathaus ermöglichen.

eMails sicher mittels open-source

Muss es immer MS outlook der MS exchange sein? Nein! Thunderbird ist zum Beispiel ein seit Jahren bewährtes open-source Programm. Mittels IMAP-Anbindung ist es weitgehend vergleichbar mit outlook – und vorallem oft um einiges flotter. Über tools lassen sich auch Kontakte und Kalender mit einbinden. Auch hier bieten Unternehmen aus Bayern und Deutschland (so genannte Hoster) erheblichen besseren Datenschutz als amerikanische Unternehmen. Zudem sind sie meist bei minimal höheren Einrichtungsaufwand erheblich günstiger.

Digitalisierung heißt auch selber mitentscheiden

Wer Daten speichert, teilt oder per Teleunterreicht besprechen will, der muss sich auch ein wenig mit der Technik befassen. Wenn bereits in Schulen die Schülerinnen und Schüler an verschiedene Softwarelösungen herangeführt werden dann werden die zukünftigen Anwender automatisch für Alternativen offen und können zugleich viel über potentielle Risiken durch monopolnahe Produkte lernen. Digitalsieriung ist eine Chance für Demokratie, Kompetenzgewinn, und freie Entscheidungen.

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